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Konzertkritik Lunchkonzert für jedermann

Auf der Tagesordnung der Musikkurse der 11. Klasse von Frau Jost und Herrn Krapp, in Begleitung von Frau Kretzschmar, steht am Dienstag, dem 25.09.2018, neben dem Besuch des Instrumentenkundemuseums am Potsdamer Platz, das kostenlose Lunchkonzert in der Berliner Philharmonie. Zu 12 Uhr versammeln sich die Schülerinnen und Schüler vor der Philharmonie und warten auf den Einlass. Eine bunt gemischte Truppe, die alle das „Duo Jazzical Class", bestehend aus Peter Fleckenstein und Zilvinas Brazauskas, sehen wollen, wird schon bald hineingelassen. Daraufhin beginnt der Kampf um die Plätze, da das Konzert im Foyer stattfindet und man ohne Platzreservierung und Ticket daran teilnehmen kann. Mit etwas Glück findet man sogar einen Hocker oder man ist damit zufrieden, die Musiker am Klavier, Vibraphon, an der Percussion oder der Klarinette von der Treppe aus gut beobachten zu können. Doch bevor es losgeht, ist leider eine Stunde Warten angesagt, was die meisten aber mit Bravour bewältigen.

 

Um 13 Uhr ist es dann soweit und Stille legt sich über das Publikum, als das Duo anfängt zu spielen. Sie präsentieren eine breite Vielfalt von relativ bekannten Stücken aus verschiedenen Genres. Los geht es mit dem Jazz-Klassiker „I got Rhythm" von George Gershwin. „Armando's Rhumba" von Chick Corea und der deutsche 20er-Jahre-Hit „Mein kleiner grüner Kaktus" von den Comedian Harmonists folgen. Nahezu alle Lieder werden von Fleckenstein und Brazauskas neu arrangiert und „angejazzt". Die Percussions, gespielt von Peter Fleckenstein, werden ungewohnt sanft und zart eingesetzt. Obwohl das Duo die Lieder in nur wenigen Stilmitteln wie Tempo und Tonfolge verändern, fällt es dem Publikum schon schwer, das eigentliche Stück überhaupt noch zu erkennen. Ein Beispiel hierfür ist "I got Rhythm", bei dem nur einmal kurz das Thema zu hören ist. Weiter musiziert wird mit Darius Milhaud „Scaramouche für Klarinette und Klavier, op. 165 d" und dem selbst komponierten „Wartesaal" von Peter Fleckenstein, welches großes Erstaunen, Ungläubigkeit und Interesse in den Augen der Zuhörer weckt. Bei "Wartesaal" handelt es sich um ein Bodypercussion-Stück. Es wird also ohne Instrumente gespielt, sondern mit dem Boden, Stühlen und dem Körper der Musiker. Dies stellt wahrscheinlich das Highlight für die jüngere Generation dar, aber auch das ältere Publikum ist fasziniert. Unglaublich erscheint es, wieviele verschiedene Soundeffekte die beiden Musiker nur mit der Bewegung an ihren Körpern herausholen. Krönender Abschluss ist der populäre Chanson „Eins und Eins" von Hildegard Knef, der, wer hätte es anders gedacht, auch ins Jazzige umgeschrieben wurde. Für diese hochwertige Darbietung erntet das „Duo Jazzical  Class" kräftigen Applaus.

Alles in allem kann man sagen, dass das Konzert sehr interessant und amüsant war, und gezeigt wurde, dass bekannte Lieder auch bearbeitet – und mit unterschiedlicher instrumentaler Besetzung – einen Wohlklang erzeugen können. Als kleine konstruktive Kritik könnte man den Künstlern mitgeben, dass sie ihre sehr zaghafte Moderation verbessern könnten. Dennoch war der Besuch sehr lohnenswert, da es eine musikalische Inspiration für jedermann ist und man ein solch, dazu noch kostenloses Event, nicht außer Acht lassen sollte.

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